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FDP Kreisverband Friesland

Hannover/Wesermarsch/Ammerland FDP-Landtagsabgeordneter Horst Kortlang besuchte mit dem FDP Bezirksvorstand die Ammerland Molkerei

um zu erfahren, warum der Milchauszahlungspreis in den letzten Monaten so niedrig ist und immer noch sinkt.
Begrüßt wurde die Gruppe, darunter ein ehemaliger sowie ein junger aktiver Milchviehalter, der zu den Genossenschaftsmitgliedern zählt, die ihre Milch nach Dringenburg liefern, vom Geschäftsführer Ralf Hinrichs.
Es war eine sehr informative Diskussion, die Herr Hinrichs mit den Worten eröffnete: „Um mit einem weit verbreiteten Missverständnis aufzuräumen, der Auszahlungspreis wird vom Molkereivorstand und dem Aufsichtsrat allesamt Milch liefernde Genossenschaftsmitglieder der Molkerei festgelegt. Also keine einsame Entscheidung des Geschäftsführers“. „Übrigens Gewinn darf die Genossenschaft nicht machen, sie kann aber Rückstellungen für Modernisierungen oder Ausweitung des Geschäftsfeldes bilden. Auch das wird von den Gremien beschlossen“, warf Herr Heinemann, Junglandwirt und Milcherzeuger, ein.
Und weiter: „Nach dem Wegfall der Quote haben insbesondere die irischen Bauern sehr stark zugelegt, plus 15% aber auch die Niederländer, hier ausgelöst vor allem durch die Absicht der Regierung eine Phosphatquote einzuführen“. Lübbo Meppen darauf: „Aber auch deutsche Milchviehhalter haben auf Empfehlung vieler Fachleute aufgestockt, das macht knapp 2 Prozentpunkte aus“. Herr Hinrichs ergänzte: „Auf Niedersachsen bezogen haben wir eine 200 % Versorgung bei der Milch, bei den Automobilen ist es sogar noch weit mehr. Drei Dinge haben aber die Absatzmöglichkeiten im Ausland sinken lassen, das Russland-Embargo, die Wirtschaftskriese in China und nicht zuletzt der stark sinkende Ölpreis. Hier z. B. Venezuela, der weltgrößte Importeur von Vollmilchpulver, kann schlicht kaum kaufen“.
„Der niedrige Ölpreis macht die Produktion zwar etwas günstiger aber diese Kostenreduktion kann den Verlust durch den stark gefallen Milchpreis durch das weltweite Überangebot an Milch bzw. ihre Folgeprodukte nicht wettmachen“, ergänzte Herr Kortlang.
Darauf Herr Heinemann: „Also kurz gesagt, wenn der Lebensmitteleinzelhandel für hier erzeugte Milch, Butter, Käse, Joghurt und andere Milchprodukte deutlich mehr an die Molkereien zahlt, kann mehr ausgezahlt werden. Da aber die Hälfe exportiert wird und das zu den gelten Weltmarktpreisen, bedeuten 15 Cent mehr je kg Milch nur etwa 5 Cent für den Liter gelieferter Milch für den Bauern. Hier streut der vor allem im Süden, im Übrigen die Lieferregion der Biomilch, deren Marktanteil sich vielleicht von aktuell 3 % auf 4 % bis 5 % steigern ließe, beheimatete BDM… es wurde unruhig wegen der Abkürzung… es steht für Bund deutscher Milchviehalter, Verbrauchern aber auch dafür anfälligen, meist aus der Großstadt entstammenden, Politikern mächtig Sand in die Augen. Im Süden sind vor allem die Privatmolkereien zu Hause, es ist auch die Region mit der sehr alten Tradition der ganzjährigen Anbindehaltung“.
„Wenn sich der Milchmarkt weltweit wieder konsolidiert hat, wird der Milchviehalter aber schon von der nächsten Kostenlawine erfasst sein, das ist die Düngeverordnung, mit vielleicht noch schlimmeren Folgen, weil dort keine Kostenreduzierungen ohne einen massiven Systemumbau möglich sind“, merkte Herr Kortlang an und weiter:

„Ein solcher Systemumbau könnte durchaus eine Änderung unserer Kulturlandschaft mit sich bringen, worauf bestimmt ein Wehklagen einsetzt, vornehmlich wohl von Städtern. Nur wird es ab diesem Zeitpunkt ein Vielfaches kosten, zurückzukehren als sich jetzt um ein tragfähiges Konzept zu kümmern. Nicht tragfähig ist aber die mir gegenüber häufiger vorgebrachte Idee die „Kleinen Betriebe“ zu schließen damit die Großen überleben“.

Die Frage von Herrn Sieckmann, Mitarbeiter von Herrn Kortlang an Herrn Hinrichs: „Was halten Sie von der von Frau Dr. Flachsbarth, parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium im Leuchtenburger Krug, Rastede vorgestellten Idee den Molkereien zuzugestehen 5 Millionen Tonnen Milch als gebündeltes Angebot an den Einzelhandel abzugeben?“ Beantwortete dieser mit den Worten: „Auch wieder so eine Augenwischerei, die der Bevölkerung zeigen soll, wir Politiker in Berlin tuen ganz viel, wenn es nicht klappt sind die Molkereien schuld. In Berlin wisse man wohl nicht wie Verhandlungsrunden ablaufen. Es gibt je eine Verhandlungsrunde Molkenpulver, Magermilchpulver, Vollmilchpulver, Butter, Joghurt, Quark, Frischkäse, Weichkäse, Hartkäse, und so weiter. Aber bei diesen Verhandlungen sitzen sich nicht nur Molkereien und Lebensmittelbranche sondern auch Handelsbüros, die diese Produkte auf dem Weltmarkt einkaufen, gegenüber. Also am Verhandlungstisch ist immer der Weltmarktpreis zu gegen.“
„Dann sollten wir doch Vollmilch an die Kälber verfüttern“, warfen einige Teilnehmer ein. „Damit haben Landwirte auch schon früher vermieden, über die Quote hinaus zu liefern. Leider haben es nicht alle gemacht, so waren diese eher die Verlierer, denn die Quotenüberlieferer zahlten damit weniger Strafe“, merkte Herr Meppen aus damaliger Erfahrung an.
„Also kann das höchstens die Politik verordnen und das müsste dann ein G20-Beschluss sein“, schloss Herr Kortlang die Diskussion.


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